Topic outline

  • Die Vorbereitung und Ankunft

    Die Reise beginnt in Deutschland mit langer Hose und einem Pullover. Denn am Tag des Aufbruchs herrschen in Deutschland noch sehr frische Temperaturen am Morgen. Außerdem habe ich meinen Reiserucksack auf dem Rücken (60 Liter) und einen kleineren Daypack (30 Liter) vorne umgeschnallt.

    Das Packen am Vortag war relativ schnell erledigt. Obwohl ich vier Monate unterwegs war, habe ich versucht, mich auf das Nötigste zu beschränken und blieb mit meinem großen Rucksack unter 14 Kilogramm. Dabei fällt das meiste Gewicht auf Kleidung, ein paar technische Geräte, eine kleine Reiseapotheke und einen gefüllten Kulturbeutel.

    Durch das leichte Gepäck habe ich mir die Option offengehalten, auch noch andere Teile des Landes zu erkunden, ohne einen halben Hausrat mitzuschleppen.

    Mein Flug von Deutschland nach Kenia ging von München aus. Das Haus musste ich schon um 5 Uhr morgen verlassen, um rechtzeitig am Flughafen anzukommen.

    Begleitet wurde ich von meiner Schwester, die nicht nur beim Tragen half, sondern auch emotionalen Beistand geleistet hat. Gemeinsam fuhren wir mit der S-Bahn zum Flughafen.

    Als ich mich von meiner Schwester verabschiede, wird mir nochmals bewusst, was für ein langer Weg vor mir liegt. Der erste Flug wurde durch AirFrance durchgeführt, insgesamt musste ich zweimal umsteigen. Von München flog ich zuerst nach Paris. Hier am Flughafen hatte ich 3 Stunden Aufenthalt, sodass ich genug Zeit hatte, um umzusteigen und das richtige Gate zu finden. Außerdem blieb noch ein wenig Zeit für einen kleinen Snack, denn auf dem Flug von München nach Paris gab es nichts Nennenswertes.

    Von Paris ging es dann nach Nairobi, ein langer Flug, der nochmal für ein Schläfchen genutzt wurde. In Nairobi angekommen, stand dann nochmal ein Umstieg an, um von dort einen Flieger nach Mombasa zu nehmen. Hier habe ich also zum ersten mal den Boden in dem Land betreten, dass die für vier Monate mein neues Zuhause sein sollte. In Nairobi musste ich das Gate wechseln und dafür das Hauptgebäude verlassen. Und obwohl es spät am Abend war bekam ich hier zum einen ersten Vorgeschmack auf das Klima und die Menschen.

    So viel sei vorweggenommen: das Klima ist sehr feucht und warm, ein starker Kontrast zu Deutschland. Und auch die Menschen habe ich gleich seit dem ersten Kontakt als sehr freundlich und offen war genommen. Mal sehen, ob sich diese Eindrücke auch nach der gesamten Zeit des Semesters noch bewahrheiten.

    Der Flughafen in Nairobi ist relativ unspektakulär im Vergleich zu den großen europäischen Flughäfen – immerhin ist es der Hauptstadt Flughafen. Nach einem weiteren mehrstündigen Aufenthalt an diesem Flughafen ging es endlich zur finalen Station der Anreise, es ging nach Mombasa.

    Sehr müde in Mombasa angekommen, musste ich erstmal auf meine Kommilitonen und Sissi Closs, meine betreuende Professorin aus Karlsruhe, warten. Nach dem langen Flug war es etwas anstrengend allein dort zu warten, aber leider war es nicht möglich einen Flieger mit den anderen zu nehmen.

    Also saß ich dort am Flughafen in Mombasa und habe versucht noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Und während ich dort saß, wurde ich immer wieder von Taxifahrern angesprochen, weil ich doch recht einsam ausgesehen haben muss. Auf jeden Fall sehr nett von den Fahrern gemeint. Ganz langweilig wurde es aber nicht, da ich am Flughafen schon ersten Kontakt mit den einheimischen Tieren sammeln konnte, in Form von Affen, die auf dem Gelände und den Dächern herumlaufen.

    Nach ca. fünf Stunden landete dann das Flugzeug meiner Professorin. Ab da hieß es dann nochmals eine Stunde auf meine Kommilitonen warten – Greta, Lara, Valeria und Julien. Aber diese Stunde ging sehr schnell vorbei.

    Das Wiedersehen mit meinen Kommilitonen war sehr spannend, immerhin würden wir die nächsten Monate sehr viel Zeit miteinander verbringen. Außerdem kam leider das Gepäck von Greta nicht an. Das war erstmal ein kleiner Schock für alle und vor allem für Greta, aber das Nötigste war glücklicherweise im Handgepäck. Greta hat deshalb ihre Kontaktdaten am Schalter hinterlassen und die Adresse von einem Hotel angegeben, wo das Gepäck hingeschickt werden konnte.

    Nachdem wir nun vollzählig waren, konnten wir nun zu unserer Transportmöglichkeit aufbrechen. Vom Flughafen Mombasa wurden wir von Sifah und einem Freund von ihm mit einem Kleinbus abgeholt. Sifah ist ein langjähriger Bekannter von Prof. Closs und engagiert sich, wie sie, in einem Verein namens WEIKE (Women Empowerment in Kenya e.V.).

    So sind wir also alle in den kleinen Bus eingestiegen und haben so einen ersten Eindruck bekommen was es heißt in Kenia von A nach B zu kommen. Das heißt der Bus war vollgepackt und jeder Quadratmeter gut ausgenutzt. Außerdem zeigen die Straßen in Kenia ein gemischtes Bild, ihren Zustand betreffend. Doch obwohl die Straßen sehr holprig sind und die Verkehrsregeln auf den ersten Blick nicht zu erkennen waren, sind wir alle heil und doch auch erschöpft angekommen.

    Die erste Nacht haben wir dann im Dhows Inn verbracht, einem Hotel im Stadtteil Mnarani. Das Hotel war einfach ausgestattet bot jedoch alles wichtige, wie Moskitonetze fließendes Wasser und Strom. Viele dieser Dinge mögen auf den ersten Blick selbstverständlich sein, aber im Laufe meines Aufenthaltes habe ich sie sehr zu schätzen gelernt. Die erste Nacht war leider nicht besonders erholsam, da sehr laute Musik von einem Club aus der Nachbarschaft zu hören war. Aber auch das ist eine Sache, die nicht so ungewöhnlich für Kenia ist – wie sich herausstellen sollte. Trotzdem bin ich in der ersten Nacht sehr schnell eingeschlafen, was zum Großteil an der langen Reise lag, aber auch an den ganzen neuen und aufregenden Eindrücken, wie dem Klima, der Natur, den Menschen und der Kultur in Kenia.


    • Die ersten Tage und die neue Umgebung

      Am zweiten Tag nach der Ankunft stand der „Umzug“ in unser Zuhause für die nächsten Monate an. Wir haben uns auf den Weg zum Campus gemacht. Dabei gab es dann auch gleich die erste TukTuk-Fahrt (die erste von unzähligen).

      Unser neues Zuhause

      Das Haus machte auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck. Wir fünf Studierenden aus Karlsruhe hatten zwei Haushälften zur Verfügung, die ein Erdgeschoss und ein Obergosch beherbergten. Jede Hälfte war mit drei Schlafzimmern im Obergeschoss ausgestattet, die groß genug für ein Bett und einen in die Wand integrierten Kleiderschrank waren. Außerdem hatte jede Hälfte ein Badezimmer im Obergeschoss und ein Gäste-WC im Erdgeschoss. Außerdem im Erdgeschoss war die Küche und hier hat sich so einiges abgespielt. Zwar war hier ein Elektroherd, aber die Herdplatten liefen nur auf Sparflamme. An Kochen war so fast nicht zu denken, vor allem nicht, wenn man hungrig war, denn das hätte eine Ewigkeit gedauert. Glücklicherweise haben wir sehr schnell einen Gaskocher bekommen. Dieser bestand aus einer Gasflasche (ca. 30cm hoch) und einem Aufsatz, um dort einen Topf oder eine Pfanne draufzustellen. Das hat erstaunlich gut funktioniert und wer schon einmal mit Gas gekocht hat, der weiß, wie schnell und unkompliziert das funktioniert. Bei uns wurde der Gaskocher schnell zu unserer Hauptkochquelle.

      Auch in der Küche war ein Kühlschrank, der bei den heißen und feuchten Temperaturen sehr wichtig war. Lebensmittel sind bei den tropischen Bedingungen sehr schnell faul geworden. Ein weiterer Vorteil des Kühlschranks, Ungeziefer kann nicht so einfach an die Lebensmittel. Denn im Haus haben sich von Zeit zu Zeit ein paar Besucher eingeschlichen. Das waren dann zum Beispiel Ameisen, Hundertfüßer, Frösche und andere kleine Krabbeltiere. Im Großen und Ganzen hat sich der Besuch von Insekten und Reptilien aber sehr in Grenzen gehalten. Auch in den Vorratsschränken versteckten sich zum Glück nur sehr selten unliebsame Mitbewohner.

      Ein weiterer Grund, warum die Küche bei uns ein viel besuchter Ort war, war die Möglichkeit, um Wäsche zu waschen. Obwohl die Zeiten von Hotel Mama schon seit geraumer Zeit vorbei sind, das war nochmal der nächste Schritt. In der Küche gab es neben dem „normalen“ Waschbecken für den Abwasch noch ein weiteres Becken am Ende des Raumes für die Wäsche. Anfangs hatte ich erwähnt, dass ich möglichst sparsam packen wollte. Das habe ich beim Wäschewaschen definitiv nochmals gemerkt. Mit Kleidung für nur 7 Tage, ist die Konsequenz gewesen, einmal die Woche Waschtag zu haben. Dazu kommt noch, dass die Kleidung selten mehr als einen Tag durchgehalten hat. Das lag zum einen an dem heißen Wetter und dem daraus resultierenden Schweiß, aber auch die sandigen Straßen und die anderen Umwelteinflüsse haben jedes noch so saubere T-Shirt innerhalb von Stunden geschafft. Und das Wäschewaschen hatte es in sich. Trotz meiner geringen Auswahl an Kleidung habe ich mind. 30 min gebraucht, um einen Waschvorgang hinter mich zu bringen. Zuerst hieß es dafür Wasser aufkochen, das ging mithilfe eines Wasserkochers zum Glück sehr schnell. Anschließend kam die Wäsche in einen kleinen Plastikbottich, mangels eines Stopfens für das Waschbecken. Dadurch und weil nicht genügend Kraft in den Armen und Händen vorhanden war, war die Anzahl der Kleidungsstücke begrenzt auf ca. fünf T-Shirts und noch eine kurze Hose dazu. Im nächsten Schritt wurde die Wäsche kurz eingeweicht und dann gut durchgeknetet. Danach stand noch das Auswringen an und das anschließende Aufhängen an der Wäscheleine im Garten. Der ganze Prozess, war so schweißtreibend, dass man das T-Shirt, welches man beim Waschen anhatte, auch gleich mit waschen konnte. Nach dem Waschen war also meist eine Dusche angesagt. Um den Vorgang etwas angenehmer zu gestalten, hat sich als gute Waschzeit der Morgen oder frühe Vormittag herausgestellt. Dadurch war es einerseits noch nicht zu heiß und andererseits hatte die Wäsche genug Zeit, um innerhalb eines Tages zu trocknen. Die Wäsche auf der Leine zu vergessen war aus zwei Gründen nicht besonders ratsam. Zum einen wurde es in der Nacht meistens so feucht, dass mit der Wäsche selbiges passierte. Dann musste man wieder den halben Tag warten, um sie trocken abhängen zu können. Oder mit ein wenig Pech, regnete es in der Nacht und die Wäsche war noch nasser als nach dem Auswringen. Es gab auch Phasen, in denen es mehrere Tage ununterbrochen regnete. Da war ein gutes Klamotten-Management notwendig. Meine Mitbewohnerin Paula, hat in einer solchen Regenphase kurzerhand entschlossen die Wäscheleine nach drinnen, in die Küche zu verlegen. Aber das war aus Platzgründen nicht die eleganteste Methode und trocken wurde die Wäsche aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit auch nicht so wirklich ohne Sonneneinstrahlung.

      Im Nachhinein hätte ich nicht gedacht, dass das Waschen von Wäsche einmal einen so großen Teil in meinem Alltag einnehmen könnte, aber da habe ich mich wohl geirrt. Denn das Waschen in Kilifi benötigte Zeit und auch etwas Planung. Denn um Wäsche zu waschen musste das Wetter beobachtet und auch die Waschzeiten der anderen berücksichtigt werden. Und obwohl, oder vielmehr gerade, weil das Waschen so viel Zeit in Anspruch genommen hat, bin ich umso dankbarer in Deutschland eine Waschmaschine benutzen zu können.

      Weiter geht die Hausführung mit dem Wohnzimmer. Wahrscheinlich der Ort, an dem ich die meiste Zeit verbracht habe. Hier wurde gegessen, gechillt, gearbeitet und Gäste empfangen. Das Wohnzimmer war der Mittelpunkt unseres Hauses, so wie in Deutschland auch. Das Wohnzimmer war gemütlich eingerichtet: es gab einen runden Esstisch mit Stühlen, einen kleinen Fernseher (der aber nie eingeschaltet wurde), einen kleinen Couchtisch, der auf einem Teppich stand, und zwei Sofas. Das Wohnzimmer war auf jeden Fall mehr als groß genug für uns drei (Paula, Greta, ich) und bot genug Ausweichmöglichkeiten, damit wir uns nicht auf die Nerven gehen mussten. Sogar für Besuch gab es ausreichend Platz. An einem Abend haben wir fast 10 Personen empfangen und alle zusammen in unserm Wohnzimmer gegessen.

      Das Wohnzimmer hatte auch direkt einen Zugang zu unserer Terrasse und dem Garten. Die Terrasse wurde auch gleich für mehrere Gelegenheiten genutzt. So war sie meist der Ort, um zu frühstücken, diente aber auch als Outdoor-Gym und als Outdoor – Office. Die Terrasse war überdacht und somit auch bei Regen benutzbar. Allerdings kamen gegen Abend die ersten Moskitos und die haben den Aufenthalt nicht unbedingt angenehmer gestaltet. Der Garten wurde leider relativ wenig von uns genutzt, aber das verwundert gar nicht so sehr, wenn man bedenkt, dass der Strand nur knappe fünf Minuten von uns entfernt war. Dafür hatten die Kühe umso mehr von unserem Garten, denn die sind zum Rasenmähen gekommen. Auf dem Campusgelände gab es irgendwo eine Farm. Diese habe ich aber leider nie zu Gesicht bekommen, da der Campus ziemlich groß ist. Jedenfalls besitzt diese Farm neben diversen Gemüsesorten und Hühnern auch Kühe. Diese Kühe sind von Zeit zu Zeit frei auf dem Campusgelände der Universität umhergelaufen. Und haben in den Vorgärten der Universitätsunterkünfte gegrast.  Das erste Mal war dieser Anblick sehr skurril und etwas erschrocken habe ich mich auch. Als ich draußen auf der Terrasse das Frühstück vorbereiten und dafür den Tisch decken wollte, stand auf einmal eine Kuh dort. Eine einzelne. Gemütlich stand sie ca. zwei Meter von mir entfernt und hat sich seelenruhig an unserem Gras bedient. Anfangs war ich verwundert und dachte, dass diese Kuh vielleicht entflohen ist. Als ich nochmals aus der Küche gekommen bin, um die restlichen Dinge für das Frühstück zu holen, waren auf einmal zwei Kühe in unserem Garten, immer noch seelenruhig vor sich hingrasend. Und als ich mich dann umgesehen habe, entdeckte ich rund um das Haus und auch außerhalb unseres Gartens Kühe, eine ganze Herde. Die Kühe waren aber zum Glück sehr friedlich, sind noch einige Zeit durch den Garten und die Gegend gelaufen und anschließend weitergezogen.

      Das war nicht das letzte Mal, dass sich die Kühe an unserem Gartenbuffet bedient haben. Aber nach der anfänglichen Verwunderung war es jedes Mal schön, wenn die Kühe gekommen sind. Schon von unseren Zimmern im Obergeschoss konnte man morgens noch aus dem Bett hören, wie die Kühe durch das Gras streiften und das saftige Grün aus dem Boden rissen, um es zu fressen.

      Außerdem gab es zwei Bäder in unserer Haushälfte. Das untere Bad war das Gästebad. Klein, aber funktionell, trifft es wohl am ehesten. Ein WC und ein kleines Waschbecken, mehr braucht es wohl nicht, mehr gab es aber auch nicht. Das besondere an unserem Gäste-WC war, dass wir einen kleinen Gast hatten. Für ein paar Tage nistete sich ein kleiner Frosch ein. Diesen konnte man aber nur bemerken, wenn man die Spülung betätigte, denn erst dann wurde er sichtbar – und zwar auf dem Weg nach unten. Aber unser kleiner Freund hat sich nicht unterkriegen lassen und verweilte noch einige Tage bei uns im Badezimmer.

      Etwas spektakulärer war da unser Badezimmer im Obergeschoss. Dieses bot nämlich neben WC und Waschbecken, mehr Platz und die Dusche. Auf den ersten Blick war die Dusche sehr gewöhnungsbedürftig. Auf den zweiten änderte sich das allerdings auch nicht. Die Dusche war eine betonierte Fläche mit Fliesen an den Wänden. Aus der Wand reckte sich ein Duschkopf. Das eigentlich problematische an der Dusche war die geringe Menge an Wasser, die herauskam. Der Wasserdruck war nicht besonders hoch, überspitz gesagt rann das Wasser die Wand herunter, was natürlich nicht ganz der Realität entspricht. Aber viel Wasser war es eben auch nicht.

      Warmes Wasser gab es nicht, allerdings habe ich das auch nie vermisst. Ganz im Gegenteil, die kalte Dusche am Abend vor dem Schlafen oder am Morgen nach dem Aufstehen tat immer sehr gut. Wenn das Wasser (mal wieder) ausgefallen ist, wurde mit einem Eimer oder kleinen Kanistern geduscht. Daher weiß ich jetzt, dass zum Duschen fünf Liter Wasser reichen können.

      Insgesamt war das Haus, samt Garten für die gesamte Zeit des Aufenthaltes eine mehr als ausreichende Unterkunft. Denn obwohl wir im Vergleich zu Deutschland durchaus Abstriche hinnehmen mussten, lebten wir für kenianische Standards auf einem sehr guten Niveau. Uns hat es die Zeit an nichts gefehlt (außer fließendes Wasser).

      Zusätzlich mussten wir uns nur um wenige Dinge kümmern. Denn ebenfalls auf dem Campusgelände war das Ressource Center, mit dem Hauptverantwortlichen Eric. Das Ressource Center beherbergt Unterkünfte auf dem Campus für Gäste und Besucher. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Vorträge oder Tagungen an der Pwani University gehalten werden. Außerdem hat das Ressource Center und deren Mitarbeiter sich um unser Facility Management gekümmert. D.h. wir hatten zweimal die Woche eine Reinigung für das Haus. Aber auch andere Dinge wurden für uns erledigt: wie schon erwähnt, standen in der Küche ein Elektroherd, der zum Kochen nur sehr eingeschränkt nutzbar war. Deswegen hat uns das Ressource Center einen Gaskocher besorgt. Und auch wenn die Wassertanks leergelaufen sind, war das Ressource Center zur Stelle und brachte uns Wasserkanister, die bis zu 20l fassten.

      Und obwohl Eric, der Leiter des Ressource Centers sehr kompetent und meistens zuverlässig war, hat sich jedoch manchmal auch hier die kenianische Lässigkeit gezeigt. So z.B. bei unseren Ventilatoren, die uns von Anfang an versprochen, jedoch bis zum Schluss nie installiert wurden.

      Die Uni und die Umgebung erkunden

      Gleich in der ersten Woche stand dann auch eine kleine Führung an. Hier hat uns Edith an die Hand genommen. Edith war unsere Hauptansprechpartnerin vor Ort, die wir auch schon von der Spring School in Karlsruhe kannten. Ohne sie wäre der Austausch wahrscheinlich nicht so problemlos abgelaufen. Denn sie ist nicht nur eine gute Seele, sondern auch noch ein wahres Organisationstalent mit Durchsetzungsvermögen. Für den ersten Rundgang führte uns Edith über den Campus und zeigte uns wie wir uns zurechtfinden konnten. Das Campusgelände ist sehr weitläufig und es gibt viel zu entdecken.

      Überall waren tropische Pflanzen zu finden, es gab sogar einen botanischen Garten. Das Campusgelände ist groß genug, um dort einen Spaziergang zu unternehmen. Unsere Unterkunft war direkt am Eingang des Geländes nahe dem imposanten und bewachten Eingangstor. Wir hatten es nicht weit zu den Vorlesungsräumen, maximal drei Minuten zu Fuß. Auf der anderen Seite des Geländes gab es eine Bibliothek, die recht neu zu sein schien. Ein sehr großes Gebäude mit einer verspiegelten Glasfront. Außerdem befinden sich weitere Unterkünfte für Studierende auf dem Gelände. Hier waren hauptsächlich Studierende aus dem Bachelor während unseres Aufenthaltes untergebracht. Anfangs, als die Bachelorkurse noch nicht stattfanden, war der Campus sehr leer, denn der Hauptteil der Studierenden besteht aus Bacheloranten. Außerdem schienen die meisten Masteranten nicht auf dem Campus zu wohnen, sondern zu pendeln.

      Im direkten Anschluss an den Rundgang sind wir zusammen zu Mother Biggi gegangen. Mother Biggi war der Inbegriff an kenianischer Küche. Die kleine Suppenküche war nur ein kleiner Bretterverschlag, von außen sehr unscheinbar und auf den ersten Blick gar nicht als Imbiss zu erkennen. Geführt wurde der Imbiss von Mother Biggi – wie könnte es anders sein. Mother Biggi, oder von manchen nur Mother oder Mama genannt, war eine sehr korpulente und zugleich imposante Erscheinung. Sie führte das Geschäft mit beherztem Ton und hatte ca. drei bis vier Aushilfen, ausschließlich Frauen. Mother Biggi saß die ganze Zeit auf ihrem Stuhl in einer Ecke des Imbisses und kümmerte sich um die Kasse. Wie sie dort so saß, wirkte als würde sie von einem Thron aus über ihr Königreich regieren. Mama war aber stets herzlich und nett zu all ihren Gästen.

      Das Essen bei Mother Biggi war sehr traditionell und einfach. Jeden Tag gab es Pilau-Reis, verschiedenes Gemüse, Soßen und Ugali. Freitags war ein besonderer Tag, denn da gab es Biryani ein besonders leckeres Reisgericht. Auf das Essen werde ich aber nochmals detaillierter eingehen. Nicht nur freitags musste man sich beeilen, um noch etwas ergattern zu können. Mother Biggi hatte prinzipiell nur mittags bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Das heißt in ihrer Mittagspause sind viele Leute aus der Umgebung und der Universität zu Mother Biggi geströmt. Am besten ging man also schon vor dem großen Ansturm essen, um ca. 11 Uhr. Danach konnte es durchaus passieren, dass manche Dinge bereits vergriffen waren. Und auch einen Sitzplatz konnte man zur Rush Hour nicht unbedingt ergattern. Das lag zum einen an dem sehr guten Essen und zu anderen an den günstigen Preisen (selbst für Kenia). Satt werden war kein Problem für ein bis zwei Euro. Der klassische Pilau kostete zum Beispiel nur 100 Ksh (<1€). Mama Biggi war somit auch für uns eine häufige Anlaufstelle für ein deftiges Mittagessen.

      Am nächsten Tag wurde der Rundgang, den wir mit Edith hatten, fortgesetzt und wir konnten einige der Offiziellen an der Pwani University kennenlernen. Dabei waren die Leiter einiger Fakultäten und andere Professoren der Universität. Außerdem saßen bei dem Meeting noch Prof. Closs und Simone, eine Freundin von ihr, wir Austauschstudierenden, Paul und Abdallah mit am Tisch. Bei dem Meeting ging es darum, uns gegenseitig einmal kennenzulernen, aber auch darum, ein Projekt des DAAD vorzustellen und grob zu umreißen.
      Dabei handelt es sich um die Einführung des Studiengangs Kommunikation und Medienmanagement an der Pwani University. Das heißt die Inhalte, die in Karlsruhe gelehrt werden, sollen in mehreren Schritten und Ausführungsstufen auch in Kenia angeboten werden. Dies würde den Bachelorstudierenden noch mehr Perspektiven geben und interessante Lehrinhalte auch in Kenia ermöglichen. Dabei gibt es verschiedene Szenarien, wie zum Beispiel die KMM Inhalte als zusätzliche Inhalte und Profil- Spezialisierungsfächer anzubieten.
      Im Anschluss an das Meeting gab es ein kleines Buffet das festlich hergerichtet war. Alle Teilnehmer sind zum Mittagessen in das Ressource Center gegangen. Hier wurde ein Buffet aufgebaut, welches die verschiedensten kenianischen Speisen bot. Vom klassischen Pilau, über einen Kartoffeleintopf bis hin zu Chapati gab es eine reiche Auswahl in sehr entspannter Atmosphäre.

      Um das Kennenlernen mit allen abzuschließen, haben sich die „ Jungen und Wilden“ (Greta, Lara, Julien, Valeria, Paul, Abdallah und ich) dazu entschlossen abends noch in eine Bar zu gehen. Dafür haben wir uns das Kavenya ausgesucht, welches direkt gegenüber des Unigeländes liegt.

      Summerschool

      Nachdem die ersten Tage wie im Flug vergangen sind und wir uns so langsam an die neue Umgebung gewöhnen konnten, stand die Summer School an.

      Die Summer School ist das Pendant zur Spring School, welche in Karlsruhe stattfand und ein elementarer Bestandteil des gesamten Austausches. Die Spring School in Karlsruhe war ein sehr interessantes Event mit viel Spiel und Spaß. Die Teilnehmer waren sowohl aus Karlsruhe als auch aus Kenia. Und für den zweiten Teil, kamen auch noch Vertreter aus ganz Europa nach Karlsruhe dazu.

      In Karlsruhe haben sich die Studierenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bekam einen kleinen Kochkurs von Rukiah, während die zweite Gruppe den kenianischen Studierenden Karlsruhe per Schnitzeljagd näherbrachte.

      Um die Summer School vorzubereiten kamen noch weitere Studierende aus Karlsruhe aus meinem Mastersemester (Miriam, Nero, Dominik, Belinda). Insgesamt waren die vier für zwei Wochen in Kenia, haben also nicht am regulären Semester teilgenommen. Während wir in unserem Häuschen auf dem Campus untergebracht waren, waren die Leute von der Summer School in einem nahegelegenen Hotel untergebracht. Natürlich mit eigenem Pool, sodass die ein oder andere Besprechung dort stattfand.

      Ein weiterer beliebter Ort um uns zu treffen, war das Hotel von Prof. Closs, der Mnarani Club. Der Mnarani Club bot neben einem Pool noch einen äußerst schönen Strand mit Meerzugang. Der Pool war höher gelegen als die Bucht und bot einen großartigen Ausblick. Ein weiterer Vorteil des Mnarani Club war der WLAN-Zugang und das sowohl am Pool als auch am Strand. So konnte man sich die Arbeit am Laptop für Uniprojekte durchaus versüßen. Ein weiterer Vorteil am Mnarani Club, waren das Essen und die leckeren Getränke. Für mich hat sich der Vanille Milkshake als absolutes Highlight entpuppt.

      Ziel der Summer School an der Universität in Kilifi war es, den Studierenden vor Ort einen groben Überblick der Lehrinhalte aus unserem Master KMM zu vermitteln. Um dies auf möglichst lockere Art und Weise zu schaffen, gliederte sich die Summer School in zwei Teile.
      Der erste bestand in einem Vortrag vor ca. 30 Studierenden und Professoren der Kilifi University, hauptsächlich aus verschiedenen Bachelorstudiengängen. In diesem Vortrag haben wir etwas zur Hochschule in Karlsruhe, unserem Studiengang und Deutschland im Allgemeinem erzählt. Die Studierenden waren sehr aufmerksam und daran interessiert neue Dinge über unser Studium und unsere Kultur zu lernen. Mitunter sind interessante Diskussionen zwischen einzelnen Teilnehmern entstanden.

      Der zweite Teil fand am gleichen Tag statt und war sehr praxisorientiert. Hier haben wir den Studierenden eine kleine Challenge gestellt. Dominik hat in einem kleinen Workshop die Grundkenntnisse von Videoschnitt und Filmgestaltung erklärt. Anschließend haben sich die Studierenden in Gruppen zusammengefunden und mussten ein kleines Introduction-Video filmen und bearbeiten.
      Um zusätzlich den Austauschcharakter dieser Veranstaltung zu fördern, wurde darauf geachtet die kenianischen Studierenden mit den Teilnehmern aus Karlsruhe in den Gruppen zu vermischen.

      Nachdem die Gruppen festgelegt wurden bin ich mit Zahra, Steve um den Campus gezogen und wir haben ein kurzes Video von uns gedreht. Dabei haben wir ein bisschen Smalltalk geführt und die Nummern ausgetauscht.
      Am Tag der Summer School haben wir dann auch zum ersten Mal Ari und Jacob kennengelernt. Zwei Phd Studierende aus Großbritannien, die ein Auslandssemester in Kilifi in Biologie machten. Wie sich herausstellte zwei sehr angenehme Bekanntschaften, mit denen ich noch viel Zeit verbringen sollte.

      Die zwei sind bei einer Professorin der Kilifi University untergekommen. Der Name der Professorin war Santi und sie lebte mit ihrem Mann in Kilifi in der Nähe des Bofa Beaches. Santi und ihr Mann kamen aus Südafrika und hatten ein sehr großzügiges Anwesen in Kilifi. Das heißt, dass Ari und Jacob relativ luxuriös gewohnt haben, mit eigenem Pool und Haushaltshilfen, die sich um ihre Wäsche kümmerten.

      Um die Summer School abzuschließen gab es am Abend noch eine Einladung von Prof. Closs in den Mnarani Club. Dort wurde ein leckeres Buffet für uns aufgebaut. Neben uns Studierenden, war auch noch Prof. Koech von der Pwani University anwesend, mit seiner Familie. Gleichzeitig war es der letzte Abend, an dem die Personen, die nur für die Summerschool nach Kenia gereist sind, anwesend waren. Denn für sie stand eine Safari an und dann auch schon die Heimreise. Für uns hingegen begann das Abenteuer erst.


      • Der Alltag in Kilifi

        Nach der Summer School stand für uns der Alltag in Kilifi an. Anstatt Präsentationen vorbereiten stand einkaufen auf dem Programm, Guthaben für die SIM-Karte aufladen, neue Kontakte knüpfen und mental auf die Vorlesungen vorbereiten.

        Unter der Woche haben wir die Zeit genutzt, um Vorlesungen zu besuchen und die Stadt sowie Umgebung zu erkunden. Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass die Vorlesungen recht zeitnah beginnen sollten, aber da haben wir die kenianische Gelassenheit und die teilweise sehr langsame Bürokratie unterschätzt. Erst ende September haben wir einen ersten Stundenplan erhalten.
        Für den Anfang war das aber gar nicht schlimm, denn so hatten wir noch mehr Zeit die Gegend zu erkunden. Und am Anfang gab es reichlich zu entdecken. Immerhin kann man Kenia fast nicht mit Deutschland vergleichen und das in so vielerlei Hinsicht. Dazu gehören unter anderem die Menschen, die Landschaft, die Kultur, die Transportmöglichkeiten, das Essen und noch so viele andere Dinge, die sich voneinander unterscheiden.

        Kibaoni – ein eigenes Universum vor den Toren der Uni

        Zu den kleinen Herausforderungen am Anfang zählten zum Beispiel das Besorgen einer SIM-Karte für das Handy. Hier konnten wir aber gleich unsere Mitbewohnerin Paula um Rat fragen, denn sie war schon einige Wochen vor uns in Kilifi angekommen. Von ihr haben wir den Tipp bekommen, dass direkt vor der Uni, auf der anderen Straßenseite ein Mobilfunk-Shop ist.

        In Kenia sind zwei Mobilfunkanbieter sehr verbreitet. Das sind Safaricom und Airtel. Der Shop direkt am Campusgelände hat sich auf Safaricom spezialisiert, deshalb fiel auch für mich die Entscheidung auf Safaricom. Allerdings gab es einen kleinen Haken beim Kauf der Karte, denn um die SIM-Karte zu kaufen musste man sich ausweisen – und zwar mit einem kenianischen Ausweis. Zum Glück ist hier Paul unser Kommilitone eingesprungen und hat gleich einen Schwung SIM-Karten auf seinen Ausweis registrieren lassen.
        Der Mobilshop ist, wie das ganze Viertel vor der Uni, nicht mehr als ein kleiner Bretterverschlag. Hinter einem mit Metallstreben versehenen Fenster, befand sich ein Sitzplatz auf dem meistens Abraham saß. Abraham war usn über den gesamten Aufenthalt eine große Hilfe beim erneuten Aufladen von Guthaben. Für ca. 1000 Ksh gab es erneut ca. 5GB Datenvolumen. Das hat für ein paar Wochen gereicht, je nachdem wie sparsam mit dem Datenvolumen umgegangen ist. Abraham war stets freundlich und geduldig mit uns und immer für einen netten kleinen Plausch zu haben.

        Das Viertel vor den Unitoren trägt den Namen Kibaoni und bietet so ziemlich alles was man für den Alttag benötigt. Hier befand sich der erwähnte Mobilshop, aber auch das nötigste an Gemüse konnte man hier kaufen. Daneben gab es noch kleine Restaurants, Shops die Krimskrams verkauften, wir haben dort z.B. einen Stuhl aus Plastik für unsere Terrasse gefunden, Friseure und abends wurden noch kleine Mobile Kochstationen aufgebaut. Hier wurde dann Hühnchen gegrillt und andere kenianische Street-Food-Spezialitäten serviert. Ab und zu gab es als besonderes Highlight gegrillte Tintenfischstücke – sehr lecker. Auch wenn die Location direkt an der Straße auf den ersten Blick nicht besonders einladen wirkte, lohnt sich ein Besuch abends an einem Essenstand. Die Energie um einen herum, die Geräuschkulisse, das umtriebige Drumherum ist eine tolle Erfahrung. Alle Leckereien konnten auch to go mitgenommen werden. Das haben wir manchmal getan und dann die Zutaten noch zuhause für ein leckeres Abendessen weiterverwendet. Ein weiteres kulinarisches Highlight in Kiaboni sind die Samosas. Diese gab es an mehreren Stellen meist gefüllt mit Linsen und Gewürzen. Ein kleines dreieckiges Samosa kostete nur etwa 25 Ksh.

        In Kibaoni habe ich auch gelernt das die Währung in Kenia nicht nur Kenia Schilling genannt wird, sondern umgangssprachlich auch Bob. Eine nette kleine Information die aber so einige Verwirrung verhindern konnte.

        In Kibaoni gab es auch noch viele weitere kleine Buden. So gab es dort eine kleine „Kino-Bude“. Dort lief immer ein Film oder Musik und hat gleich noch die anliegenden Hütten beschallt. Gut besucht war der Stand jedenfalls auch immer. Soweit ich das verstanden habe können dort Filme (mehr oder weniger legal) erworben werden und auf eine private Festplatte überspielt werden.

        Ein weiterer Shop war die Juice-Bar von Fortunate und Danvers (kurz Dan). Die beiden haben an der Pwani Universität studiert. Fortunate war während unseres Aufenthaltes bereits fertig und auf der Suche nach einem Job als Lehrerin. Dan war in seinem letzten Semester, ebenfalls mit dem Ziel Lehrer zu werden. Beide waren sehr nett und haben in ihrer kleinen Hütte selbstgemachte Smoothies verkauft. Die Smoothies waren nicht gestreckt, einfach nur pürierte Früchte. Zur Auswahl gab es Mango, Passion, Avocado und einen Mix. Super billig waren die Fruchtcocktails auch noch – ca. 30 Bob. Die beiden sind uns richtig ans Herz gewachsen. Wir haben uns oft gesehen und waren praktisch Stammkunden bei den beiden.

        Fortunate war die letzten Wochen unseres Aufenthaltes leider nicht mehr da, da sie zu Hause ihrer Familie bei der Arbeit helfen musste. Wie sich nach einiger Zeit auch herausgestellt hatte, waren die beiden schon Eltern. Jedoch haben wir das Kind erst sehr spät kennengelernt, da die zwei das Kind bei Fortunates Eltern untergebracht hatten. Das hatte mehrere Gründe: zum einen die finanzielle Situation in der sich die beiden befanden, denn die Juice-Bar brachte nicht besonders viel ein, obwohl die beiden jeden Tag von frühem morgen bis späten Abend arbeiteten. Auf der anderen Seite war es jedoch auch ein Problem für die sehr traditionelle Familie von Fortunate, dass Dan noch keine Mitgift für die Hochzeit bezahlt hatte. In Kenia ist es immer noch Brauch, dass der Mann eine Mitgift für seine Frau abgibt. Das sind meist Nutztiere wie Ziegen und Kühe, aber auch Geld muss überreicht werden.
        Um die finanzielle Last nicht zu groß auf den Bräutigamen zu schultern gibt es meistens jedoch die Möglichkeit, sich bei der Mitgift von Freunden und Familie unterstützen zu lassen. Doch erst wenn diese Mitgift entrichtet wurde, bekommen Braut und Bräutigam den Segen von der Familie der Braut. In dem Fall von Fortunate und Dan, hat es bei Dan Zeit gebraucht, bis die Mitgift bezahlt werden konnte.
        Deshalb hat das kleine Kind der beiden ungefähr bis zu seinem zweiten Lebensjahr bei seinen Großeltern gelebt. Und auch das ist für deutsche Verhältnisse wieder schwer vorstellbar. Immerhin sind in Deutschland solche Aktionen auch immer mit einem geregelten Umgang mit dem Sorgerecht verbunden. Hier jedenfalls mussten sich Fortunate und Dan erstmal an das Zusammenleben mit dem eigenen Kind gewöhnen. Und das auch unter schwierigen Bedingungen. Einmal waren wir bei Dan zum Essen eingeladen, bei ihm zu Hause, als Fortunate bei ihren Eltern war.
        Dan hat einen riesigen Topf Pilau für uns zubereitet und seine Kochkünste zum Besten gegeben. Zusätzlich gab es noch Jogurt und Obst als Nachspeise. Das Essen war fantastisch und dein ein sehr zuvorkommender Gastgeber. Dort konnte ich dann auch einen Einblick erhalten, wie die Wohnsituation für Dan und seine kleine angehende Familie war. Das Haus lag etwas abseits, der Weg dorthin war sehr beschwerlich und fast nur mit dem Motorrad zu bewältigen. Ich bin mir nicht sicher, ob ein TukTuk die Strecke schaffen hätte können. An Dans Haus angekommen erwartete uns eine sehr spartanische Unterkunft. Es war sehr dunkel in dem Haus und die Küche sowie das Bad wurden gemeinschaftlich von allen Hausbewohnern geteilt. Dan und Fortunate hatten ein Zimmer zur Verfügung, das gerade für das nötigste reicht. Das Zimmer war ca. 4m x 3m groß und beinhaltete nur ein Bett und wenig Stauraum. Selbst für zwei Personen ist das Zimmer sehr klein und für Besuch oder noch ein Kleinkind werden die zwei wahrscheinlich an die Grenze stoßen, dessen was das Zimmer an Platz hergibt.
        Und trotzdem hat man auch daran gesehen wodurch sich die kenianische Mentalität auszeichnet: trotz schwieriger Bedingungen war Dan ein perfekter Gastgeber und ist stets gut gelaunt gewesen. Davon können sich viele Deutsche eine Scheibe abschneiden, denn auch mit weniger materiellem Besitz ist es nicht unmöglich glücklich, gastfreundlich und herzlich zu sein.

        Fortunate und Dan waren auch gut mit Abraham aus dem Mobilfunkshop befreundet. Und alle drei haben uns sehr unterstützt während unseres Aufenthalts. Sie waren immer hilfsbereit und auch für gute Unterhaltungen zu haben. Durch diese drei habe ich nochmals einen deutlich tieferen Einblick in die Kultur und das Alltagsleben in Kenia bekommen.

        An einem Abend haben wir alle drei zu uns eingeladen und für sie gekocht. Das war ein sehr schöner Abend und ich hatte das Gefühl wir konnten etwas von der Wärme und Freundlichkeit zurückgeben, die uns die drei erwiesen haben. An dem Abend haben wir Spaghetti gemacht mit Tomatensoße, zwar nicht typisch deutsch, aber immerhin so deutsch, dass unsere Gäste das Gericht noch nicht zuvor gegessen hatten. An dem Abend wurde auch nochmal klar, dass Uhrzeiten in Kenia nur als grobe Orientierungshilfe dienen.
        Verspätungen von einer halben mit ein paar Stunden sind durchaus normal und keinesfalls unhöflich zu verstehen. Das war jedoch ein Punkt, an den ich mich durchaus erstmal gewöhnen musste. Und das trickreiche an der Sache ist, dass nicht alle Personen so unpünktlich sind. Je nach dem mit wem man gerade zu tun hat, ist die Person durchaus sehr pünktlich. Ich denke man muss einfach im Laufe der Zeit herausfinden wie pünktlich die Leute sind, mit denen man viel unternimmt.
        Insgesamt ist diese entspannt entschleunigte Art aber sehr angenehm, vorausgesetzt man lässt sich darauf ein.

        Der Markt

        Der Markt, oder auf Swahili Soko, war neben dem Supermarkt in Kilifi (Tuskys) unsere Anlaufstelle für Lebensmittel. Der Markt war ein Erlebnis – Kilifi komprimiert auf 100 Metern Länge. Das erste mal dort einkaufen war ein wahres Erlebnis. Alles so bunt, so chaotisch und doch so schön!

        Die Früchte und das Gemüse liegen gestapelt an den einzelnen Ständen. Alles sah so schön frisch aus. Die Obstauswahl ist sehr groß und geschmacklich überhaupt nicht mit den Früchten aus den deutschen Supermärkten zu vergleichen. Es scheint so als haben sich die verschiednen Verkäufer auf einige Gemüse oder Obstsorten spezialisiert. So findet man auf dem Markt z.B.: Mangos, Anannas, Orangen, Limetten, Papaya, Avocado, Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Zwiebeln, Chilis und vieles mehr.

        Der Markt hat sich in zwei Bereiche aufgeteilt. Es gab einmal den Vorplatz der draußen im freien lag und zusätzlich noch eine lange Halle in der die Stände wie in einer Allee angeordnet waren.

        Nach ein paar Einkäufen auf dem Markt haben sich dann auch langsam Stände herausgestellt, zu deren Stammkäufern wir wurden:

        • Die Tomaten-Frau hat ihren Spitznamen bekommen, da sie ihren Stand direkt am Eingang zur kleinen Halle hatte und dort sehr präsent ihre Tomaten ausstellte. Sie war die Verkäuferin des Vertrauens, wenn es um Tomaten, Zwiebeln und anderes Gemüse ging. Bei ihr war es immer lustig, Greta wurde nach einer gewissen Zeit ihre „Dada“, was in Swahili Schwester bedeutet. Bei der Tomaten Frau haben wir immer zusammen mit ihr gerechnet, wobei sie eindeutig fitter im Kopfrechnen war.

        • Der Avocado-Mann hatte das mit Abstand größte Avocadoangebot auf dem Markt – vielleicht sogar in ganz Kilifi. Ein wenig crazy erschien er aber doch manchmal. Teilweise ein bisschen abwesend, aber immer in plauderlaune. Als Besonderheit gab es hier manchmal eine sehr würzig-scharfe PirPiri-Soße. Leider hatten die Avocados zeitweise keine gute Qualität, deshalb war ich zwischenzeitlich auf der Suche nach einer Alternative, aber das war gar nicht so einfach. Einmal erkundigte sich der Avocado-Verkäufer auch wo denn meine europäischen Freundinnen sind und ob sie denn nicht bereit wären für eine Heirat. Bestimmt war es von ihm nicht nur als Spaß gemeint, aber gelacht haben wir dann trotzdem. Sein Stand war auf der linken Seite direkt vor der Halle.

        • Der Mango-Papaya-Opi unser Verkäufer des Vertrauens, wenn es um Mangos, Papaya und andere exotische Früchte, wie zum Beispiel die Jack-Fruit ging. Sein Englisch war zwar nicht das Beste, aber irgendwie ging es dann trotzdem immer mit der Verständigung. Seine Preise waren unschlagbar und ab und zu gab es noch einen kleinen Bonus obendrauf, das war stets eine sehr nette Geste. Hier haben wir sehr regelmäßig eingekauft und waren deshalb auch etwas erschrocken, als wir ihn nicht an seinem Stammplatz vorgefunden haben. Er wurde durch einen Jugendlichen vertreten – vielleicht sein Enkel. Dieser war leider nicht ganz so herzlich wie unser Mango-Papaya-Opi. Aufgrund seines sehr fortgeschrittenen Alters haben wir uns schon sorgen gemacht, aber nach ein paar Tagen war er dann wieder gesund und munter an seinem Platz und hat uns wieder mit Mangos versorgt.

        • Mein Swahili-Lehrer war zwar nicht mein Swahili-Lehrer versuchte aber trotzdem mir immer wieder ein paar Wörter beizubringen. Meistens waren es die Preise seiner waren, was aber gar nicht so einfach war. Deshalb musste ich auch jede Woche aufs Neue die Preise nochmals auf Englisch nachfragen. Das Angebot war eine Mischung aus Obst und Gemüse. Für mich gab es hier meistens Ananas, Auberginen und Passionsfrüchte.

        Den Markt konnte man in ca. 5 min mit dem Motorrad erreichen. Zurück ging es dann oft mit dem TukTuk. Das war deutlich komfortabler, vor allem mit den ganzen Einkäufen. Jedes Mal aufs Neue war es ein toller Anblick die ganzen frischen Früchte zu sehen und natürlich auch die netten und lustigen Menschen dort.

        Tuskys – Der Supermarkt

        Tuskys war der größte Supermarkt in Kilifi und gehörte zu einer Kette so wie in Deutschland Edeka oder REWE. Im Tuskys gab es so ziemlich alles was man sich nur wünschen konnte. Das musste teilweise aber auch teuer erkauft werden.
        Insgesamt waren die Preise meist ähnlich zu denen in deutschen Supermärkten (eher Discounter). Deshalb haben wir Obst und Gemüse meist auf dem Markt gekauft und Tuskys für den Rest verwendet.

        D.h. im Tuskys haben wir Dinge wie Reis und Nudeln sowie Konserven, wie Tomatensoße und Thunfisch gekauft. Außerdem gab es im Tuskys ein großes Keksregal und Süßigkeiten. Jedoch hat ein großes Nutellaglas 1000 Ksh gekostet (das sind fast 10 Euro). Das hat mich leider nicht davon abgehalten des Öfteren zuzuschlagen. Bei uns in der Gruppe habe ich mich somit als Naschkatze etabliert.

        Außerdem haben wir im Tuskys unsere Getränke gekauft. Nicht nur Softdrinks wie Limo oder Cola, sondern auch regelmäßig unser Trinkwasser. In unserem Haus hatten wir einen Wasserspender, der mit Trinkwasserkanistern bestückt werden konnte.  Diese haben wir ebenfalls im Tuskys gekauft und zwar in der 20 Liter Größe. Das war jedes Mal ein ganz schöner Kraftakt. Allerdings muss man dazu sagen, dass die TukTuk- und BodaBoda-Fahrer einen tollen Service an den Tag gelegt haben. Sie brachten uns immer direkt vor die Tür des Tuskys und von dort wurde man auch abgeholt, wenn der Einkauf fertig war. Entweder mit einem neuen Fahrer oder dem gleichen nochmal. D.h. die Schlepperei hat sich immer nur auf wenige Meter begrenzt.

        Auch an der Uni angekommen, musste nicht viel getragen werden, denn man konnte sich auch hier durch das Eingangstor, über den Vorgarten direkt bis an de Stufen zur Haustür kutschieren lassen. Obwohl wir uns meistens vor dem großen Haupttor haben absetzen lassen – ein bisschen Bewegung wollten wir dann doch genießen – war es bei einem Einkauf mit schweren Kanistern sehr cool sich direkt vor der Eingangstür absetzen zu lassen.

        Im Tuskys gibt es neben den ganzen Lebensmitteln auch viele weitere Dinge für den Haushalt. Im Obergeschoss befindet sich die Haushalts- & Elektronikabteilung. Hier haben wir zum Beispiel ein paar Kleinigkeiten für die Küche gekauft, wie Schneidebretter. Außerdem findet sich dort das ein oder andere lustige für eine kleine Geschenkidee.

        Als kleine Randnotiz: Alkohol musste in einem extra Liquor-Shop gekauft werden. Das galt sowohl für Wein und Bier als auch für Spirituosen. Eine Flasche Bier kostet ca. 200 Ksh. Wein war insgesamt etwas teurer als in Deutschland. Für besondere Anlässe gab es bei uns auch mal einen Gin für ca. 1000-1400 Ksh.

        • Kavenya, Ocean Food Court, The Terrace, Backpackers, Beach Bar und Co. – meine Lieblingsplätze in Kilifi

          In Kilifi gab es einige Locations, die wir regelmäßig besucht haben. Es gibt klassische Bars, aber auch viele Ressorts und Restaurants. Natürlich habe ich versucht so viele verschiedene Locations wie möglich auszuprobieren, aber an ein paar Favoriten bin ich dann doch hängengeblieben.

          Kavenya: Das Kavenya war die wohl nächstgelegen Location von der Uni aus gesehen und ist eine kleine Bar, die aber auch Essen anbietet. Die Einrichtung ist einfach gehalten, aber man hat eine nette kleine Terrasse. An Essen gab es hier die Klassiker wie Pommes und Samosas, aber auch eine Grillstation, an der man sich ein halbes oder ganzes Kilo Fleisch bestellen konnte war vorhanden. Neben der sehr gemütlichen Location bot das Kavenya auch noch Live-Sportevents. So konnte man hier die Fußballspiele aus Deutschland und England ansehen.

          Und das Beste war natürlich der sehr kurze Weg nach Hause – ca. 5 Minuten zu Fuß. Hier haben wir einige Abende zusammen verbracht in den unterschiedlichsten Konstellationen.

          Ocean Food Court: Hier hatten wir gemeinsam eines der ersten Essen (mit Prof. Closs zusammen). Das Restaurant lag ziemlich zentral und war ca. 10 Minuten mit dem TukTuk entfernt. Es gab verschiedenste Gerichte und für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein. Aber das Highlight war am Wochenende das Pizza-Special. Zwei Pizzen für 650 Bob. Und die Pizzen waren sehr gut, in einem echten Holzhofen zubereitet und frisch belegt.

          The Terrace: Hier gab es wohl einen der besten Ausblicke Kilifis. The Terrace war eine Bar in der Nähe der Kilifi Bridge. Das Ganze hatte einen sehr entspannten Vibe und die Aussicht über den Creek und auf die Brücke hat jeden Drink gleich doppelt so gut schmecken lassen. Auch das Essen, das es gab war sehr lecker. Ein kleiner Kritikpunkt waren die langen Wartezeiten. Teilweise mussten wir über eine Stunde auf unser Essen warten, die Getränke kamen hingen recht schnell. An den Wochenenden gab es oft spezielle Veranstaltungen, wie zum Beispiel eine Movienight. Von der Bar konnte man auch direkt runter zum Strand gehen. Der Haupteingang war etwas versteckt, da man einen recht langen Schleichweg nehmen muss, der zwischen Shops und Häusern von der Straße wegführt – außerdem ist die Bar nur sehr schlecht ausgeschildert.
          Definitiv einen Besuch wert.

          Distant Relatives – Backpackers: Das Distant Relatives oder von manchen Einheimischen Backpackers genannt war eigentlich ein Hostel, bot aber viele Veranstaltungen und einen Pool. Diese Location war die mit Abstand touristischste. Hier tummelten sich immer viele Touristen herum, aber auch ein paar Einheimische. Das Backpackers war meistens eher auf Party ausgelegt mit lauter Musik und vielen Leuten, hier wurde dann auch getanzt. Im Gegensatz zum Rest Kilifs war es hier schon fast hektisch.

          Beach Bars: Am Strand gab es gleich mehrere Bars. Eine z.B. direkt am Anfang des Bofa Beaches, eine andere hat kurz vor unserer Abfahrt neu eröffnet. An jeder Bar konnte man gemütlich einen Drink zu sich nehmen und dabei die Sonne, das Meer und den Strand genießen. Die neu eröffnete Bar hatte einen sehr westlichen Touch. Hier war alles sehr ordentlich und organisiert. Hinter dem Tresen haben hauptsächlich Ausländer westlicher Herkunft gearbeitet. Mir persönlich haben die original kenianischen Bars und Restaurants meist besser gefallen. Dort war die Stimmung entspannter und westlich bekommt man schließlich auch in Deutschland jeden Tag geboten.
          Am besten erkundet man die Bars am Strand mit langen Spaziergängen. Dazu konnte man sich mit dem TukTuk an irgendeine Stelle bringen lassen und dann seinen Spaziergang starten.
          Einmal bin ich allerdings auch in ein Fettnäpfchen geraten: Nach einem Spaziergang am Strand mit Greta und Paula, hat mich ein kleiner Hunger überkommen. Also haben wir uns in ein Restaurant begeben mit direktem Strandzugang und toller Terrasse über dem Meer. Der Haken an der Sache war nur, dass ein einfacher Teller Pommes ca. 8 Euro kostete. Das habe ich dann aber erst beim Bezahlen gemerkt und bereut.

          Mnarani Club: Den Mnarani Club habe ich bereits erwähnt, aber so oft wie wir dort waren, kann man ihn wohl nicht oft genug erwähnen. Hier waren wir Stunden lang und haben uns am Meer eine liege gemietet (200 Ksh/Person/Tag). Das Personal war immer sehr freundlich und nach einer gewissen Zeit wurde man dort wie ein alter Bekannter behandelt. Das Gelände war sehr großzügig gestaltet und in verschiedene Bereiche gegliedert. Bei Ankunft am Mnarani Club musste man zuerst ein Tor und einen Security Checkpoint passieren. Hier wurde die Anzahl der Personen erfasst, die den Club besuchen wollen und ein Name notiert. Das hat jedoch immer problemlos funktioniert, lag wahrscheinlich auch daran, dass wir aussahen wie Touristen. Danach konnte man die lange Auffahrt bis zum Hotel entlanggehen. Im Hotel gab es verschiedene Sitzmöglichkeiten und eine Bar. Draußen gab es dann den Poolbereich, von welchem man eine fantastische Aussicht auf das Meer und die Bucht hatte und viele Liegemöglichkeiten.
          Einmal quer über das Gelände und an verschiedenen Bungalows vorbei, ging es hinunter zum Strand. Hier gab es eine Bar, Liegestühle und ein Center für Wassersport. Dort konnte man sich z.B. Kayaks, Jet-Skis und andere Dinge ausleihen.

          Boatyard: Dieser Bootsclub wurde von einem südafrikanischen Paar geführt und war eine etwas exklusivere Location. Hier haben sich Bootsbesitzer getroffen und konnten sich über das Angeln und Segeln unterhalten. Aber auch Familien waren hier oft mit ihren Kindern. Einheimische hat man hier nicht antreffen können, sondern Südafrikaner und Briten (und uns).
          Das Erreichen des Bootyards konnte sich als etwas trickreich gestalten: bei unserem ersten Besuch gingen wir von der Kilifi Bridge aus zum Boatyard, das ist ein mittellanger Spaziergang, allerdings nur bei Ebbe machbar. Beim Rückweg hatten wir dann das Problem, dass Flut war und somit der Rückweg abgeschnitten ist. Wir versuchten dann über den Landweg zu gehen, der ist aber deutlich länger und vor Anbruch der Dunkelheit hätten wir es nicht geschafft. Zum Glück wurden wir auf dem Rückweg von netten Südafrikanern auf der Ladefläche ihres Pick-Ups mitgenommen.
          Der deutlich komfortablere Weg zum Boatyard zu gelangen war der Weg über das Wasser. Jacob (PhD Student aus Großbritannien) hatte die Telefonnummer von einem Boatyard Mitarbeiter und konnte uns so von der einen Uferseite abholen lassen. So war es möglich das ca. 6-8 Personen in einem kleinen Boot abgeholt werden und in ca. zwei Minuten war man dann schon am Boatyard. Dienstags war Ribs & Chips Tag im Boatyard. Hieß man bekam eine Portion frisch gegrillte Spareribs und Pommes dazu (für 1000 Ksh). Am Samstag war Austerntag, hier gab es zu jeder Bestellung einen Teller Austern umsonst dazu.


          • Der Alltag an der Uni

            Vor Antritt der Reise habe ich mir viele Fragen gestellt, bezogen darauf, was mich wohl erwarten wird:

            • Wird es sehr chaotisch?
            • Wie groß sind die Veranstaltungen?
            • Wie werden die anderen Studierenden auf uns reagieren?
            • Ist die Unterrichtssprache ausschließlich auf English?
            • Wie wird das Niveau sein?
            Insgeheim hatte ich einige Fragen bereits für mich beantwortet und am Ende kam dann doch alles anders – typisch Kenia würde ich heute sagen. Zuerst sei gesagt ja ein bisschen chaotisch war es teilweise. So begannen die Vorlesungen erst deutlich später als gedacht und auch die Prüfungen am Ende wurden kurzfristig verschoben. Doch erstmal zum Anfang der zurück.

            Begonnen hat die Zeit an der Uni mit einem Rundgang mit Edith, bei dem wir alle wichtigen Personen an er Pwani University trafen. Das waren ziemlich viele, sodass es schwer war sich alle Namen zu merken. Und regelmäßig Kontakt hatten wir über den Zeitraum unseres Aufenthaltes eigentlich nur mit den Professoren, deren Vorlesungen wir auch besucht haben.

            Swahili Sprachkurs

            Die erste Vorlesung, die wir dann besuchen konnten, war der eigens für uns veranstaltete Swahili Sprachkurs mit Rukia.
            Auf den ersten Blick wirkte Rukia streng, doch mit der Zeit stellte sich heraus, dass sie sehr freundlich und witzig war. Und eine geduldige Lehrerin obendrein. Rukia war eine Kenianerin die in Mombasa lebte und stets sehr schick muslimisch gekleidet war mit tollen langen Roben. Mit ihr einigten wir uns auf eine Vorlesung pro Woche, in der sie uns die Grundkenntnisse der Sprache Swahili näher brachte. Wie sich für mich herausstellte eine sehr schwer zu erlernende Sprache. Obwohl wir nur an der Oberfläche gekratzt haben, fiel es mir sehr schwer das Gelernte im Alltag umzusetzen.

            Wir haben uns durch verschiedene kleine Kapitel gehangelt wie z.B. Zahlen, Personen der Familie, Tiere, das Einkaufen auf dem Markt etc.
            Von Unterrichtsstunde zu Unterrichtsstunde haben wir eine kleine Übung für zu Hause auf bekommen. Den Unterricht hatten wir immer zu sechst bzw. waren wir manchmal auch mehr, wenn sich Ari oder Jacob als Gäste dazu gefunden haben.

            Die ersten Stunden hatten wir in unserem Wohnzimmer, doch stellte sich schnell heraus, dass das nicht die beste Atmosphäre für uns war. Deshalb haben wir uns schnell darauf geeinigt, dass wir die Swahili Stunde in Paulas Arbeits-/Klassenzimmer abhielten.

            Das war ein kleiner Raum nicht weit weg vom Pwani-Monument, der kleinen Statue in der Haupthalle der Universität. Hier hatten wir genug Platz für uns, mussten uns jedoch meistens um zusätzliche Stühle kümmern. Als Bonus gab es in diesem Raum einen Ventilator an der Decke und eine Tafel.

            Was an der Sprache relativ einfach war, war die Aussprache der geschriebenen Wörter. Denn wie im Deutschen werden die Wörter meist so gesprochen wie sie auf dem Papier stehen.

            Wie z.B. die Pronomen

            Mimi

            Ich

            Wewe

            Du

            Yeye

            Er/sie/es

            Sisi

            Wir

            Nyinyi

            Ihr

            Wao

            Sie

             

            Nachdem wir einige Grundbegriffe gelernt haben, ging es darum Sätze zu bilden. Wie z.B.:

            • Mimi ninataka furahia chakula – Ich möchte Essen genießen
            • ninaendesha tuktuk – Ich fahre TukTuk
            • tuliona simba – Wir haben einen Löwen gesehen
            Daran lässt sich schon erkennen, dass es unmöglich ist irgendetwas aus dem Deutschen herzuleiten. Die Grammatik und der Satzbau sind gänzlich unterschiedlich. In Swahili erhalten die Verben Vorsilben die Persona und Tempus anzeigen. Obwohl ich mich etwas schwer getan habe die Sprache zu erlernen, hat es mir immer viel Spaß bereitet mir neue Wörter und Sätze anzueignen.

            Besonders cool fand ich die Vokabeln zu den Tieren, denn davon sind der ein oder andere Name den meisten aus dem Disney Film König der Löwen bekannt. Aber auch andere Phrasen kann man in dem Film wiedererkennen. Hier ein paar der Vokabeln die man aus der König der Löwen kennt die aus dem Swahili stammen.

            • Simba – Löwe
            • Rafiki – Freund
            • Pumbaa – dümmlich
            • Nala - Geschenk
            • Hakuna matata – kein Problem

            Generell freuen sich die meisten Einheimischen sehr, wenn man ein paar Brocken Swahili kann. Auch bei mir war es so, dass der Wille ein wenig Swahili zu sprechen immer sehr gut ankam und die meisten sich sehr gefreut haben, wenn man ein bisschen Interesse für ihre Kultur und Sprache entgegengebracht hat. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall ein paar Grundbegriffe zu kennen:

            • Asante (sana) – (vielen) Danke
            • Tafadhali – Bitte
            • Jambo – Hallo
            • Kwaheri – Auf wiedersehen
            • Habari? – Wie geht`s?
            • Nzuri – gut
            • Salama – gut
            • Lala salama – gute Nacht
            • Ndiyo – Ja
            • Hapana – Nein
            • Sawa – Ok
            • Kidogo – ein bisschen
            • 1,2,3,4… - moja, mbili, tatu, nne...
            • Ni Wapi…? - Wo ist…?
            • Soko – Markt

            Man kann also mit sehr wenigen Wörtern durchaus Eindruck schinden. Deshalb kann ich jedem nur empfehlen sich einige Wörter anzueignen und zu versuchen so aufmerksam wie Möglich durch die Straßen Kenias zu laufen, um vielleicht noch ein paar nützliche Wörter in seinen Sprachgebrauch aufzunehmen.

            Marketing Management und Human Resource Management

            Neben dem Swahili-Kurs hatten wir noch zwei weitere „reguläre“ Vorlesungen. Das waren zum einen Marketing Management und Human Resource Management. Die beiden Vorlesungen konnten wir uns nicht aussuchen. In beiden Kursen waren dieselben Teilnehmer anwesend. Das waren also wir (Studierende aus Karlsruhe) und dann noch einheimische Masterstudierende (ca. acht Personen). Das war praktisch, da wir Gruppenprojekte in den Vorlesungen hatten und uns somit nicht jedes Mal neu vernetzen mussten.

            Die Vorlesungen haben jeweils ein Mal pro Woche stattgefunden und begannen in den Abendstunden ab 17 Uhr. Das hatte zum einen den Vorteil, dass die Hitze des Tages nicht mehr ganz so präsent war und zum anderen der Tag genutzt werden konnte für diverse Aktivitäten oder auch um die Vorlesungen vorzubereiten.

            Marketing Management und HR haben jeweils die Basics ihres Fachgebietes gelehrt. Das meiste der Vorlesungen war mir aus Bachelorveranstaltungen bereits bekannt, sprich fachlich habe ich nur wenig neues dazu gelernt, konnte jedoch durch den kulturellen Austausch durchaus einiges mitnehmen.

            Die Vorlesungen wurden Großteiles als Frontalunterricht abgehalten, sprich die Professoren standen vor den Studierenden und sind mit uns ihre Powerpoint-Folien durchgegangen. Fragen konnten dabei jederzeit gestellt werden, besonders viel Interaktion kam jedoch meistens nicht zustande.

            Weitaus mehr Interaktion kam gegen Ende der Vorlesungszeit zustande, denn da wurden Gruppenaufgaben gestellt. In Human Resource Management wurde die Studierenden in zwei Gruppen aufgeteilt. Anschließend wurden Themen für Referate und Paper verteilt. In meiner Gruppe haben wir uns für das Referat nochmals unterteilt und Unterthemen an 2er Gruppen verteilt.

            Ich war mit Julien in einem Team und zusammen haben wir das Unterthema Kommunikationssysteme bearbeitet. Gleichzeitig war ich aber auch im stetigen Austausch mit meinen kenianischen Kommilitonen. Wir mussten uns abstimmen wer was vorbereitet, wie wir die PPT zusammenfügen, wann wir uns treffen etc.

            Die Zusammenarbeit mit meinen Kommilitonen kann man nicht pauschalisieren. Die Kommunikation war durch die Bank freundlich, jedoch nicht immer zuverlässig. Fristen wurden nicht immer eingehalten und die Dinge manchmal nicht so erledigt wie erwartet.
            Und obwohl das auf den ersten Blick etwas negativ klingt, war das mit eine der lehrreichsten Erfahrungen im gesamten Austausch: andere Kulturen, andere Bräuche. So wurden die Präsentation und das Paper erst Last Minute fertig, aber trotzdem hat alles irgendwie doch noch geklappt.

            Insgesamt waren die Vorlesungen eine interessante Erfahrung, die mir vor allem einen neuen kulturellen Einblick und weniger einen fachlichen beschert haben.

            • Reisen rund um Kilifi

              Während der gesamten Zeit war es uns zum Glück möglich viel vom Land zu sehen. Das war zum einen durch den späten Semesterstart möglich, aber auch durch die Vorlesungen, die günstig unter der Woche verteilt waren. Und auch für besondere Anlässe, haben die Professoren Verständnis gehabt, sollte eine Vorlesung verpasst, aber nachgearbeitet worden sein.

              Die Transportmöglichkeiten

              Was mir vor Antritt des Semesters bewusst aber war, aber was ich erst in Kenia realisiert habe, ist die schiere Größe des Landes. Um von Norden nach Süden oder von Westen nach Osten zu gelangen müssen etliche hunderte Kilometer zurückgelegt werden. Zum Glück waren die öffentlichen Verkehrsmittel besser, als ich es erwartet hätte. Wir sind hauptsächlich mit folgenden Verkehrsmitteln zurechtgekommen:

              TukTuk: Das sind kleine dreirädrige Gefährte, in die normalerweise ein Fahrer und drei Passagiere auf der Rückbank platzfinden. Es kam aber auch schon vor das vorne neben dem Fahrer und auf der Rückbank fünf Personen in einem TukTuk unterkommen mussten. TukTuks werden meistens für kurze Distanzen verwendet, sprich bis zu einer Fahrtenlänge von ca. 10 min. In Kilifi haben wir immer einen Pauschalpreis von 100 Schilling gezahlt. Für etwas weitere Strecken (z.B. Mitte/Ende des Bofa Beaches) konnten es auch mal 200 Schilling werden. In anderen Städten wurde teilweise anders abgerechnet. In Diani Beach z.B. zahlt man nicht wie in Kilifi pro TukTuk sondern pro Passagier. Hier darf man sich nicht gleich über den Tisch gezogen fühlen, sollte aber auch nicht jeden Preis wortlos hinnehmen. Verhandeln, schadet nicht, aber man sollte den Einheimischen auch nicht das letzte Hemd abknöpfen. Im zweifelsfall habe lieber ich draufgezahlt, als einen TukTuk-Fahrer um seinen Lohn zu prellen. Den am Ende des Tages sind ein paar Schilling für TukTuk-Fahrer deutlich wichtiger als für einen Austauschstudenten.

              BodaBoda: Einen ähnlichen Einsatzweck wie die TukTuks (oder auch PikiPiki), haben BodaBodas. Das sind Motorräder, auf denen meistens ein Fahrer und ein bis zwei Beifahrer Platz finden. Auch hier kann man schon mal ein Motorrad mit einer Kleinfamilie beladen sehen. Am Anfang war es mir nicht ganz geheuer auf ein BodaBoda aufzusteigen, das diese schon sehr abenteuerlich aussahen. Durch den deutsche TÜV hätte es wohl keines geschafft. Nach einiegr Zeit jedoch bin ich häufiger BodaBoda, als TukTuk gefahren. Zwar können mit dem TukTuk besser Einkäufe transportiert werden, doch ist man mit dem BodaBoda schneller und günstiger unterwegs.

              Matatu: Matatus sind für mittelweite bis weite Distanzen geeignet, wie zum Beipsiel Kilifi -> Mombasa. Matatus waren die Kleinbusse die insgesamt vier Sitzreihen boten. Wo matatus hinfahren muss man sich manchmal erfragen, aber eigentlich kann man von jeder mittelgroßen Stadt in die nächste per Matatu gelangen. In Kilifi und vielen weiteren Städten gibt es Matatu-Stations. Von dort fahren dann Matatus in alle möglichen Richtungen. Zwischen Kilifi und Mombasa fahren sowohl normale Matatus als auch Express-Matatus. Der Untereschied ist der, dass normale Matatus unterwegs öfters anhalten, um noch Passagiere aufzugabeln. Express-Matatus hingegen warten an einer Station bis alle Plätze belegt sind. Das sollte man unbedingt mit einberechnen, denn das kann schon mal bis zu einer Stunde dauern. Einmal auf dem Weg von Kilifi nach Mombasa hat es mich und Greta sogar über eine Stunde Wartezeit gekostet, denn wir mussten erst warten bis das Matatu voll war und dann auch noch bis wir tanken waren. Das war aber erst nach fünf angefahrenen Tankstellen der Fall, da alle Tankstellen in Kilifi leergelaufen waren. Wer mit dem Matatu reist, sollte es also nicht eilig haben.  

              Zug: Die wichtigste Zugstrecke verbindet Mombasa und Nairobi miteinander. Die Zugfahrt kann ich nur wärmstens empfehlen. Nicht nur, dass der Standard und Komfort in dem Zug super waren, auch ist das Ticket mit 1000 Ksh (bzw. 3000 Ksh/1st Class) vor allem im vergleich zum Reisebus deutlich billiger. Der Zug braucht auch deutlich kürzer für die Strecke als der Bus (5 Std. vs. 9 Std.). Und das i-Tüpfelchen an der Zugfahrt ist die tolle Aussicht aus dem Fenster. Man sieht nicht nur die beeindruckende Landschaft Kenias, ich habe mit ein wenig Glück auch Giraffen und Gazellen gesichtet. Wichtig ist nur, dass man seinen Zug so früh wie möglich bucht, denn die Plätze sind besonders zu Ferienzeiten sehr rar.

              Flugzeug und Reisebus: Prinzipiell kann man in Kenia auch mit dem Reisebus weitere Strecken zurücklegen. Das habe ich persönlich aber nicht versucht, da erstens das Reisen in diesem Fall viel Zeit in Anspruch nimmt und zweitens im vergleich zu anderen Reisemöglichkeit nicht viel günstiger ist. Außerdem war das Busfahren nicht besonders komfortabel, denn die Straßen in Kenia sind oft sehr holprig. Lara, Valeria und Julien sind jedoch einmal von Nairobi nach Mombasa mit dem Bus gefahren und haben keine besonders guten Erfahrungen gemacht.
              Natürlich kann man in Kenia auch mit dem Flugzeug reisen. Das kam für mich aufgrund von Kosten jedoch nicht in Frage und der ökologische Fußabdruck wird es mir hoffentlich auch danken.

              Bolt und Uber: Innerhalb der Städte war das Fahren mit den Apps Bolt und Uber sehr komfortabel. Man hat gleich in der App gesehen, wie viel die Fahrt voraussichtlich kosten würde. Auch weitere Strecken hätte man mit den Apps zurücklegen können, allerdings lohnen sich die Mehrkosten aus meiner Sicht nicht für den Transport.
              An abgelegenen Orten sollte man sich bewusst sein, dass es schwierig sein kann einen Fahrer zu erwischen. Deshalb als Tip von mir: Wenn man sich an abgelegene Orte fahren lässt, die Handynummer vom Fahrer geben lassen und abklären, ob er einen eventuell auch wieder abholen kann.

              Für das Reisen in Kenia galt für mich meistens einfach trauen, irgendwie wird man schon von A nach B kommen. Oft half auch Nachfragen. Und Zeit einplanen! Wenn man entspannt das das Reisen herangeht, kommt man recht einfach und unproblematisch durch das Land.

              Die Ziele

              Meistens konnten wir die Wochenenden nutzen, um das Land zu erkunden. Die meisten Reisen habe ich mit den anderen unternommen. Bei manchen Ausflügen hatten die anderen sogar noch besuch aus Deutschland dabei. Hier mal einige der Ausflugsziele:

              Dianai Beach: Hier waren wir Austauschstudenten, Ari, Jacob und Gretas Besuch aus Deutschland, ein Pärchen aus München. In Diani Beach hatten wir uns ein großes AirBnB gemietet das die Ausmaße einer Villa hatte. Es gab genug Zimmer, um bis zu 12 Personen unterzubringen. Diani Beach ist ein beliebtes Ausflugsziel in Kenia und das merkte man auch. An den Stränden und in den Restaurants und Bars waren immer Touristen zu sehen. Was auch ein häufiger und nicht sonderlich schöner Anblick war, waren ältere Junge Touristen, die Hand in Hand mit jungen einheimischen über den Strand flanierten. Nicht so schön, weil Sextourismus in Kenia durchaus keine Seltenheit ist.

              Sehr besonders in Diani Beach war der Abend, an dem Julien seinen Fang von einem Fischerausflug mitbrachte. An diesem Abend gab es dann Thunfischsteak vom Grill für alle.

              Watamu: In Watamu waren Greta, ihr Besuch aus Deutschland und ich in einem AirBnB. Die anderen (Julien, Lara, Valeria, Ari und Jacob) kamen etwas später und teilten sich eine andere Unterkunft. Der Hinweg zieht sich etwas und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitte umständlich zu erreichen. Deshalb haben wir uns für den Hinweg einen Fahrer organisiert. Den Rückweg haben wir dann allerdings wieder mit Matatu und co.  zurückgelegt, da wir den Weg dann kannten und mehr Zeit hatten. Watamu war wie Diani Beach touristischer als Kilifi und ebenfalls an der an der Küste gelegen. Auch hier gab es große Hotelanlagen und sehr schöne Stände.
              Ein besonderes kleines Highlight war hier der African Pool. Ein natürlicher Pool im Meer, der von oben betrachtet wie der Umriss des Kontinents Afrika aussah. Der Weg dorthin war etwas abenteuerlich, da wir durch eine verlassene Hotelanlage mussten und auf dem Weg ehemalige Mitarbeiter getroffen haben. Diese wollten uns dann sofort rumführen und nicht mehr aus den Augen lassen. Auch mit der Begründung, dass diese Gegend nicht so sicher sei. Es war etwas traurig zu sehen, wie diese Leute keinen Job mehr hatten, nachdem das Hotel aufgegeben wurde und trotzdem hielten sie die Stellung.
              Am Africa Pool angekommen, war der Pool leider schon von Jugendlichen besetzt. Deshalb und weil wir ja in Begleitung waren, habe wir dort nicht gebadet. Wir gaben einem der „Guides“ noch ein kleines Trinkgeld und haben unseren Spaziergang, dann am Strand fortgesetzt. Unsicher haben wir uns nie gefühlt.

              Malindi: In Malindi waren wir nur für einen Tag. Dort haben wir unser Visum verlängert. Manchmal klappt das auch, wenn man aus Kenia aus- und wieder einreist, z.B. nach Tansania. Der reguläre Weg sein Touristenvisum zu verlängern ist allerdings das Immigration Office in Malindi.
              Die Befürchtungen ein bürokratisches Desaster zu erleben sind schnell verflogen, als Greta, Julien und Ich nach 15 Minuten und knapp 20 Euro schon eine Verlängerung unseres Visums in der Tasche hatten. Danach haben wir noch etwas Sightseeing in der Stadt betrieben. Wir an einem Strandabschnitt, der uns allerdings nicht begeistern konnte. Zwar glitzerte der Sand golden, doch war der Strand mit vielen Algen belegt und das Wasser ebenfalls nicht sehr sauber. Das konnte durchaus an der Jahreszeit liegen oder eben am Abschnitt.
              Deshalb haben wir uns noch ein zwei Museen angesehen. Das erste Museum handelte von der Geschichte eines Seeungeheuers, welches vor der Küste Kenias gefangen wurde, die Ausstellung war nett gemacht und in ca. 15 Minuten hat man alles einmal gesehen. Das zweite Museum war klassischer und gab einen Einblick in die Geschichte Kenias.
              In Malindi begleitete uns Vincent, ein Kommilitone aus der Uni. Er zeigte uns nicht nur die Stadt und einen tollen Platz zum Essen, sondern führte uns auch seinen Shop vor. Er hat in Malindi ein kleines Geschäft gegründet, in dem er T-Shirts und andere Kleidungsstücke mit Siebdrucken individuell gestalten kann. Das hat uns alle ziemlich beeindruckt, sodass wir auch gleich verschiedene Dinge bei ihm in Auftrag gegeben haben – auf jeden Fall besondere Souvenirs für die Angehörigen zu Hause.
              Die Sachen schickte er uns dann auch per Matatu Courier direkt vor die Universität.

              Mombasa: In Mombasa war ich nicht nur einmal. Wie jede große Stadt ist Mombasa Dreh und Angelpunkt für verschiedenste Dinge. Das erst mal in Mombasa war ich als Greta, Paula und Ich von Anthony zu einer Hochzeit eingeladen wurden. Das war ziemlich am Anfang des Austausches, sodass für uns noch alles neu und aufregend war. Zum Glück begleitete Anthony uns von Kilifi aus. Zusammen sind wir dann mit einem Matatu nach Mombasa gefahren. Vor der Hochzeit waren wir alle sehr aufgeregt, da wir nicht einschätzen konnten, was auch uns zukam. Außerdem erhielten wir immer mehr Informationen, wie zum Beispiel das es farbliche Mottos auf kenianischen Hochzeit gibt, wonach sich die Gäste richten sollten. Aber auch hier galt wieder die kenianische Gelassenheit. Wer wie kommt oder was verschenkt ist zweitrangig. An erster Stelle steht erstmal, dass sich alle wohlfühlen. So habe ich mich, auch mangels Alternativen, für eine kurze Hose und ein Hemd entschieden.
              Die Hochzeit an sich war dann sehr schön. Zuerst gab es eine Zeremonie in einer Kirche in Mombasa. Dort wurde gesungen und ein Pater predigte. Anschließend ging es dann mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft auf ein nahegelegenes altes Schulgelände. Dort waren Pavillons aufgebaut und ein großes Buffet. Hier wurde noch mehr getanzt (hauptsächlich die Frauen und die Braut) und traditionell der Kuchen aufgeschnitten und besungen - Katta Keki hieß das Lied.
              Was mich etwas verwunderte war, dass das ganze Fest nur bis ca. 6 Uhr ging. Danach verabschiedeten sich alle Gäste relativ rasch. Und insgesamt hätte ich mir die Zeremonie noch ausgelassener vorgestellt – da schneiden die Deutschen dann im Vergleich gar nicht so schlecht ab.
              Am nächsten Tag nach der Hochzeit, haben wir nochmals einen Gottesdienst mit Anthony besucht. Das war für uns eher Pflichtprogramm und zum Schluss sogar etwas anstrengend, denn wir wurden von einem Kirchenmitglied fast schon missioniert und überredet doch auch der Kirchengemeinde beizutreten. Trotzdem war dieser Ausflug nach Mombasa und die Hochzeit ein tolles Erlebnis in die Kultur und die Gastfreundschaft der Kenianer einzutauchen.


              • Q & A

                Zum Schluss möchte ich hier noch ein Q&A aufführen. Ich denke das ist eine gute Möglichkeit um einen groben Überblick zu schaffen und sich vielleicht noch ein paar Tips und Tricks rauszuziehen. Ursprünglich war das Q&A für das Bade-Württemberg Stipendium gedacht. Aber auch andere nützliche Infos habe ich hier verfasst.

                Hatten Sie vor Ihrer Abreise oder im Ausland Kontakt zu anderen Stipendiaten/-innen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs?

                Vor Abreise hatte ich Kontakt zu zwei Stipendiatinnen des Baden-Württemberg-Stipendiums. Die zwei Studentinnen hatten ebenfalls ein Auslandssemester in Kenia absolviert, jedoch ein Jahr zuvor. Beide sind im selben Studiengang wie ich immatrikuliert, sind jedoch in ihrem Studium bereits ein Semester weiter vorangeschritten. Durch den Informationsaustausch konnte ich vorab hilfreiche Details zu Stipendium und Auslandssaufenthalt erhalten. Beide Kommilitoninnen haben in einer Kick-Off-Veranstaltungen für meinen Masterstudiengang an meiner Universität über ihren Auslandsaufenthalt und die dadurch gesammelten Erfahrungen berichtet und konnten dadurch einen wichtigen Beitrag leisten, um neue Studierende für diese Chance zu begeistern.

                STUDIUM AN DER GASTUNIVERSITÄT

                An welcher Hochschule haben Sie Ihr Auslandssemester verbracht? Warum haben Sie sich für diese Hochschule in diesem Land entschieden?

                Das Auslandssemester habe ich an der Pwani University in Kilifi absolviert. Die Universität ist an der Ostküste Kenias verortet und ca. eineinhalb Stunden Fahrt mit dem Auto von Mombasa entfernt.

                Die Entscheidung für die Uni, ergab sich u.a. aus dem Verlauf des Semesters in Deutschland. Denn hier hatten wir die Möglichkeit an einem Projekt teilzunehmen, dass Frauen in Kenia unterstützt. Der Verein, der sich um die Frauen bemüht, ist ebenfalls in Kilifi, genauso wie einige Personen an der Pwani University ebenfalls sehr in dem Verein engagiert.

                Zusätzlich gab es zu Beginn des Semesters eine Einführungsveranstaltung, die alle Vorzüge der Universität und dieses Landes darstellte.

                Gab es große Unterschiede zu Ihrer Heimathochschule? Inwiefern?

                Die Unterschiede waren in den verschiedensten Bereichen zu finden. Aber es gab auch Gemeinsamkeiten. Unterschiede waren bereits an den räumlichen Einrichtungen auszumachen. Die Universität in Kenia war sehr schulisch aufgebaut. Die Lehrräume zum Beispiel waren wir Klassenzimmer mit festen Sitzreihen und hochklappbaren Tischplatten. An meiner Heimathochschule gibt es solche Räume auch, jedoch gibt es ebenfalls viele Räume mit einer freien Sitzordnung und frei platzierbaren Tischen im Raum. Dadurch wird meiner Meinung nach, der Austausch mehr gefördert, was vor allem bei Projektarbeiten oder Gruppendiskussionen förderlich ist.

                Insgesamt wurde an der Austauschuniversität mehr Gebrauch von Frontalunterricht genommen. D.h. die Professoren haben ihre Inhalte vor der Klasse präsentiert und mitunter auch diktiert. Trotzdem gab es auch hier stellenweise Platz für Fragen und Diskussionen, nur nicht so ausgeprägt wie in Deutschland.

                Ein weiterer Punkt waren die Termintreue. Das Universitätssystem in Kenia, war selten termintreu. Dies begann bei dem Start der Vorlesungen, die einen Monat später als geplant begannen und endete mit den Prüfungen, die ebenfalls sehr spontan abgesagt und verschoben wurden.

                An meiner Heimatuniversität bin ich meistens an feste Termine gebunden. Und nichtsdestotrotz war das Studieren an der Auslandsuniversität, hat man sich erst einmal mit den Unterschieden befasst und angefreundet, sehr angenehm und eine Bereicherung für den eigenen Horizont.

                Wie haben Sie sich auf Ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet?

                Zunächst einmal war es wichtig gewisse Gesundheitliche Vorkehrungen zu treffen. Denn diese benötigen mitunter lange Vorlaufzeit. In Kenia gibt es einige Krankheiten die in Deutschland nicht (mehr) verbreitet sind und deswegen auch meistens keiner Beachtung benötigen. Bei einer Reise in exotische Länder ist es jedoch immer ratsam sich über die Krankheitslage zu informieren.

                So war dies auch ein wichtiger Schritt vor meiner Abreise nach Kenia. Dazu kann ich sehr empfehlen zu einem fachkundigen Arzt zu gehen. In meinem Fall war dies das Tropeninstitut in München.

                Glücklicherweise habe ich schon in frühen Kindertagen die wichtigsten Impfungen bekommen und musste für Kenia nur noch wenige nachholen. Auch die nicht für Deutschland übliche aber für manche Länder sehr wichtige Gelbfieberimpfung hatte ich bereits. Diese Impfung ist für manche Länder vorgeschrieben, um überhaupt eine Einreise zu ermöglichen, zum Glück hält sie aber ein Leben lang.

                Zusätzlich zu den Impfungen bietet es sich an eine Malaria-Profilaxe in Erwägung zu ziehen.

                Würden Sie die Gasthochschule weiterempfehlen? Warum oder warum nicht?

                Auf jeden Fall würde ich die Gasthochschule weiterempfehlen. Einen großen Teil dazu beigetragen haben die verantwortlichen Personen. Obwohl viele bürokratische Schritte an der Gasthochschule langwierig und undurchsichtig sind, sitzen an vielen wichtigen Positionen die richtigen Verantwortlichen. Der Empfang war äußerst warm und herzlich. Außerdem sind die Unterkünfte für Studierende direkt auf dem Campusgelände ein großer Vorteil, da dies ein äußerst sicherer und zugleich zentral gelegener Ort ist.

                Außerdem bietet die Universität alle nötigen Ausstattungsmerkmale. Dies reicht von Computer-Räumen, über Laborequipment bis hin zu einer Mensa oder einer eigenen Farm auf dem Campusgelände.

                LEBEN IM GASTLAND

                Ist es Ihnen schwergefallen, sich in Ihrem Gastland einzufinden? Was hat Sie am meisten überrascht?

                Die Eingewöhnung ging schneller und einfacher als gedacht. Zum einen lag das bestimmt an der Gruppengröße an Austauschstudierenden. Ich bin in einer Gruppe mit fünf Kommilitonen von Karlsruhe nach Kenia gereist. Durch diese große Gruppe war es nie schwierig Anschluss zu finden und Kontakt zu halten. Viele Aufgaben konnten wir gemeinsam meistern. Trotzdem hatte ich auch Kontakt zu Einheimischen und auch diese waren äußerst hilfsbereit und haben bei allen möglichen Herausforderungen geholfen. Dies hat beim Zurechtfinden auf dem Campus begonnen und ging bis zum Einrichten einer SIM-Karte oder auch dem Einkaufen auf dem Markt.

                Welches Erlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

                Es gibt so viele Momente, die mir hoffentlich auf ewig im Gedächtnis bleiben werden. Eines meiner persönlichen Highlights war jedoch die erste Safari. Diese habe ich zusammen mit meinen Komilitonen aus Karlsruhe unternommen. Nicht nur wir fünf Austauschstudierenden waren dabei sondern auch noch Freunde und Bekannte.

                Dabei standen insgesamt vier Tage und drei Nationalparks auf dem Plan. Mit Tsavo East, Tsavo West und Amboseli standen mitunter die größten Nationalparks des Landes auf dem Programm.

                Eine solche Safari stand bei mir schon seit langer Zeit sehr weit oben auf der Prioritätenliste und ich bin sehr glücklich, dass dieser Wunsch in Kenia erfüllt werden konnte. Nicht nur die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, sondern auch die beeindruckende Landschaft bestaunen zu können, waren Erlebnisse, die auf ewig in Erinnerung bleiben werden.

                Aber auch viele Momente und Gefühle werden mich lange begleiten, wie zum Beispiel die Hochzeit von neu kennengelernten Bekannten, der wöchentliche Einkauf auf dem Markt oder die langen Spaziergänge am Strand.

                Welchen Tipp würden Sie anderen Stipendiatinnen oder Stipendiaten geben, die in dieses Gastland reisen?

                Man sollte versuchen die Reise so unvoreingenommen wie möglich anzutreten. Klar ist auch, dass man offen für neue Eindrücke sein sollte. Die Kultur in Kenia unterscheidet sich oft von der deutschen. Ich habe die Menschen vor Ort als offener, freundlicher und meist auch neugieriger kennengelernt. In manchen Situationen kann diese offene, aktive Art etwas einschüchternd sein, aber wenn man sich dieser Kultur öffnet und seine Bedenken zur Seite stellt, sind die Erfahrungen, die gesammelt werden können Gold wert.

                PERSÖNLICHES FAZIT UND AUSBLICK

                Welche Erwartungen hatten Sie an das Studium im Ausland? Haben sich diese erfüllt?

                Ich hatte geringe Erwartungen und wollte alles auf mich zukommen lassen. Ganz unvoreingenommen und ohne die Angst enttäuscht zu werden. Doch die Angst enttäuscht zu werden war völlig grundlos, da der Aufenthalt in Kenia, meine kühnsten Träume erfüllt hat.
                Vor allem über den engen Kontakt mit allen einheimischen bin ich sehr dankbar.
                Eine Erwartung hatte ich dann doch noch: ein entschleunigter Alltag. Und diese Erwartung hat sich definitiv erfüllt!

                Im Nachhinein betrachtet, was waren die wichtigsten Lessons Learned, die Sie aus dieser Zeit im Ausland für Ihr Leben mitnehmen?

                Es ist wichtig Dinge auf sich zukommen zu lassen. Andere Kulturen erfordern ein angepasstes Verhalten. Natürlich kann man den Menschen in der neuen Umgebung eigene kulturelle Erfahrungen näherbringen, aber es ist aus meiner Sicht nicht ratsam stur auf seinen Konventionen und Gewohnheiten zu beharren.

                Während meines Auslands waren die Menschen vor Ort sehr entspannt. Terminvereinbarungen werden nicht immer wahrgenommen. Aber anstatt der berühmten deutschen Pünktlichkeit stur die Treue zu schwören, war es hier oft von Vorteil die Dinge gelassen anzugehen und gegebenenfalls zu verschieben.

                Ich hoffe, dass ich einige dieser Lehren mit in meinen Alltag nehmen kann, auch wenn mir bewusst ist, dass es mit einer solchen Einstellung nicht immer leichter und angenehmer im teils hektischen Deutschland ist.

                Würden Sie das Baden-Württemberg-STIPENDIUM weiterempfehlen?

                Das Baden-Württemberg-Stipendium war eine großartige Unterstützung. Die einfache und schnelle Abwicklung von allem hat zusätzlich dazu beigetragen, dass ich das Stipendium jederzeit weiterempfehlen würde. Auch die zusätzlichen in Deutschland angebotenen Veranstaltungen sind nicht nur thematisch interessant, sondern perfekt, um sich breiter zu vernetzen. Und das über den Aufenthalt im Ausland hinaus.


                • Fazit

                  Für mich steht fest, dass ich diese 5 Monate nie vergessen werde. Nicht nur, dass ich wundervolle Menschen kennenlernen durfte, ich konnte mich auch ganz neu in ein Land und einen Kontinent verlieben. Da ich schon des Öfteren in Nigeria war, habe ich gedacht, dass Kenia in etwa genauso sein wird. Aber da habe ich mich getäuscht.

                  In Kenia habe ich mich sofort willkommen und stets sicherer als erwartet gefühlt. Auch das rumreisen war deutlich entspannter als gedacht. Wenn man vor hat einen längeren Zeitraum in diesem Land zu verweilen, ist der wichtigste Tipp den ich geben kann, sich zu öffnen, zu entspannen und treiben zu lassen. Denn mit Hektik und seinen eignen Vorstellungen von richtig und ordentlich reibt man isch nur auf.

                  Die Erfahrungen, die ich während des Austausches sammeln konnte, werde ich hoffentlich immer in mir tragen können. Auch wenn man einmal zu Hause angekommen, natürlich dazu verleitet ist, wieder in gewohnte Muster zu verfallen.